REGIE:
Das Leben ist zu lang
Nach der Polit-Posse "Mein Führer" präsentiert Dani Levy in seinem elften Kinostreich eine eben so mutige wie witzige Kreuzung aus Komödie und Politik. Genauer gesagt: Eine Paarung aus Woody Allen und islamischem Karikaturenstreit – ein bisschen: "Was Sie schon immer über Fundamentalismus und Humor wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten" gewissermaßen.
Im Zentrum steht Ex-Erfolgsregisseur Alfi Seliger, der nach jahrelanger Durststrecke endlich wieder ein Drehbuch parat hat. Seine "Komödie über das Ende des Humors" am Beispiel des Karikaturenstreits findet leider keine Resonanz. Neben Karrierekrise zwacken den armen Tropf allerlei andere Zipperlein: Pampige Kinder, rebellierender Magen, fremdgehende Gattin, heimtückischer Psychiater. Das Stehaufmännchen kämpft trotzig gegen alle Widrigkeiten, Selbstmordversuch inklusive. Allein sein Comedy-Projekt gerät ständig ins Stottern – und am schrägen Ende auf surreale Weise völlig aus den Fugen. Das heikle Verhältnis von Humor und Islam ist zwar lediglich Nebenschauplatz dieser charmant verspielten Versager-Saga - aber immerhin, auch das wagen nur wenige Künstler. Unterstützt wird er durch Gastauftritte von Bully Herbig über Udo Kier bis Heino Ferch und Elke Sommer. Mehr Woody war in Levy noch nie.

